 |
„NACHHALTIGE KLASSENFAHRTEN“ Ich fand im Internet die Checkliste der Zeitschrift „Bildung plus" zum Thema „Nachhaltige Klassenfahrten" und dachte sofort an die eben beendete Klassenfahrt meiner sechsten Klasse. Was versteht man eigentlich unter diesem bereits recht inflationär gebrauchten Begriff „nachhaltig"? Der Duden sagt: sich für länger stark auswirkend. Ist das nicht überhaupt die Zielstellung für Bildung und Erziehung schlechthin? Was kann dabei Schule leisten? Was soll sie leisten? Was darf sie? Was tut sie? Natürlich soll sie sozialisieren. Es gibt unzählige Ansätze und Möglichkeiten im Schulalltag, die einem hier sofort einfallen. Eine Klassenfahrt ist sicher immer eine Ausnahmesituation, aber wie ich finde, eine gute Gelegenheit, sich miteinander im SOZIALISIEREN zu üben.
Ich habe in meinen vierundzwanzig Berufsjahren bisher nur eine komplett gebuchte Klassenfahrt als wirklich n a c h h a l t i g erlebt. Alle anderen habe ich mir selbst zusammen gestellt und auch umgesetzt, um meinem Anspruch von einer Woche mit Kindern gerecht werden zu können. Worin besteht dieser Anspruch? Nun mir ist es wichtig, dass die Kinder möglichst viel gemeinsam tun und im Tun erfahren, dass es Freude macht, wenn man unbekannte Seiten von sich zeigen kann, aber auch an Anderen entdecken wird. Wie geht man damit um? Kann ich es tolerieren, oder gar akzeptieren? Wie kann ich mich einbringen in das Geschehen, in die Gruppe? Was ist mir wirklich wichtig? Was sollten wir in dieser Gesellschaft alle können? Sich einlassen können. Entscheidungen fällen, für sich und Andere. Akzeptieren können - nicht nur tolerieren. Wo und wie kann man lernen, dass jede Wirkung auch eine Ursache hat? Wann und wo lassen wir Kinder und Jugendliche das denn wirklich TUN? Was ist von Bedeutung? Zeit haben für sich. Zeit haben für den Anderen. Aushalten können: Situationen, Leute, Gegebenheiten. Schwächen erkennen. Eigene und die Anderer; sie sich eingestehen oder sie überwinden.
In den zurückliegenden vierundzwanzig Jahren Lehrerdasein habe ich ne Menge Klassenfahrten gemacht. Die Kinder, die ich begleite, sind 10, 11 und 12 Jahre alt. Wir lernen uns zumeist in der 4. Klasse kennen und gehen nach der sechsten Klasse auseinander, wenn in Brandenburg der Übergang in die weiterführenden Schulen beginnt. Drei Klassenfahrten über fünf Tage sind es also neben vielen einzelnen Wandertagen und Exkursionen. Ich denke, dass man diese gemeinsame Woche im Schuljahr wirklich so intensiv wie möglich miteinander verbringen sollte. Jede sinnvoll verbrachte Stunde zählt also. Deshalb versuche ich nur Fahrten in die nähere Umgebung für meine Klassen zu planen. Gemeinsam mit den Kindern und vor allem mit den Eltern berate ich die Vorzüge von kurzen Anfahrten und das Kennen lernen der unmittelbaren Umgebung, der Heimat der Kinder. Nee, ich habe keine Angst vor diesem Wort. Wie sehen denn die Urlaubsaktivitäten der Kinder oft aus? Haben die Eltern Arbeit und können sich einen Urlaub leisten, fliegen die Kinder mit nach Teneriffa oder in die Türkei. Ist die Mama alleinstehend ( in manchen Klassenkonstellationen durchaus 25 bis 50 % ) oder das Geld ist wegen Arbeitslosigkeit knapp, fehlt es oft bereits ganz an Urlaubs- bzw. Ferienlagererfahrungen. Im Alltag nimmt man die Schönheiten und Besonderheiten in seiner nahen Umgebung doch selbst meist gar nicht mehr wahr. Dabei kann es ein herrlicher Anblick sein, eine Herde Schafe auf einer Weide am Fluss zu beobachten . Und dafür muss man nicht bis nach Spanien oder Portugal fliegen. Wie heißt es doch so treffend? Das Schöne liegt oft so nah.
Womit wir wieder bei der Tour sind: mir kommt es darauf an, dass die Kinder möglichst viel selbst gestalten - möglichst Dinge tun, die man sonst nicht tut oder für die meist wenig Zeit und Muße bleibt. Dies gilt für die Fahrten in Klasse 4 und 5, aber auch und ganz besonders für die gemeinsame Abschlussfahrt in Klasse 6. Eine durchgestilte Busreise in eine Jugendherberge kann jeder buchen; sich bedienen und „bespielen" lassen... Doch wie viel einprägsamer wird es sein, selbst für fünf volle Tage und Nächte verantwortlich zu sein! Eine Kanutour auf der Spree - fünf Tage aussteigen aus dem normalen Leben. Kein fertiges Programm mit Programmpunkten, die abgearbeitet werden. Die Gruppe bestimmt bei der Tour mit ihrem Elan, Anspruch, Willen und Vermögen WAS, WANN UND WIE ETWAS GESCHIEHT. Über diese Motivation gelingt es mir seit vielen Jahren, die Kinder u n d die Eltern für eine ganz besondere Kanutour auf der Spree mit dem Unternehmen „Albatros Outdoor Reisen" in Beeskow aufzuschließen. Schon die Anreise ist besonders. Um den Eltern bei der Finanzierung dieser Abenteuertour zu helfen, beschließe ich mit den Kindern, den Bus zu sparen und selbst die 45 km bis zum Ausgangspunkt zu bestreiten. Das ist nur noch eine kleine Herausforderung für die Kinder, weil wir fast alle Wandertage, Exkursionen und auch die Klassenfahrt in der fünften Klasse bereits mit den Rädern bestritten haben. Dabei hat die Klasse gemerkt, dass man sich bei der Radtour bereits aufeinander einstellen kann, eine Urlaubsstimmung aufbauen kann und meist ne Menge Spaß miteinander hat. Schon hier muss man Rücksicht nehmen, umsichtig sein. Am Fahrrad wird natürlich nur ein leckeres Picknick mitgeführt. Alle anderen Sachen transportieren uns hilfsbereite Eltern mit den Autos zum Treffpunkt - einer Wiese in Alt Schadow an der Spree.
Die Kinder sind total gespannt und aufgeregt und die 45 km Radstrecke ist sofort vergessen, als sie Mike und seine Kanus sehen. „Hallo Mike!" „Ja uns geht's gut." „Du, mach doch mal die Gurte los!" „Sollen wir die Boote schon abladen, Mike?" „Wo sollen denn unsere Taschen hin?" „Haste die Paddel noch im Auto?"... So geht's natürlich nicht. Ruhe bewahren und Übersicht! Mike, der Veranstalter und Tourleiter hat sie. Drei Stunden wird es dauern bis wir wirklich alle im Boot sitzen. Das wird die erste Geduldsprobe für die Klasse. Viel ist möglichst systematisch und gut durchdacht zu tun. In ruhigen Gesprächen mit der ganzen Gruppe oder gezielten Fragen gelingt es Mike, die Kinder in alles einzubeziehen, ihnen das Gefühl zu geben, selbst entschieden zu haben. Zwei Kinder werden sich einen wasserdichten Packsack für die persönlichen Sachen und ihre Schlafsäcke teilen. Der wird zuerst gepackt. Nun müssen die Tonnen mit Werkzeug, Frühstücksutensilien, Gemüse, Brote, die Schwimmwesten, Zelte und Zeltstangen aus dem Transporter geholt werden und natürlich die Kanus vom Hänger geladen werden. Ach ja! Und die Räder brauchen wir ja nicht mehr! Die müssen in den Transporter der Eltern gehievt und wieder an die Schule gefahren werden. Alle sind konzentriert bei der Sache; holen, als es beginnt zu regnen, ihre gelben Wetterjacken aus dem Baumarkt raus und beladen weiter unsere Boote. Das ist eine logistische Herausforderung! Aber durch Versuch und Irrtum gelingt das scheinbar Unmögliche: die Wiese ist leer, die Boote voll. Nur noch Platz für die zwei Kanuten. Doch bevor wir nun auch Wasser von unten bekommen, erst einmal die Einweisung in die Paddeltechnik am Ufer - nur mit Wasser von oben. Egal!
Dies wird übrigens eine der interessantesten Erfahrungen für die Kinder und auch die begleitenden vier Väter: eine Woche Regenwetter muss nicht zum Verdruss führen.... (Viel intensiver wird von uns alles wahrgenommen. Jede Stunde Sonnenschein wird ganz bewusst genossen. Ein starker Wind wird nach einer verregneten Nacht freudig zum Frühstück begrüßt, weil er alle Zelte, die Schwimmwesten und das gesamte Equipment wieder trocknet. Dieses ausgesetzt Sein, sich arrangieren zu müssen mit den Gegebenheiten des Wetters, einem vom Sturm aufgewühlten See ist das Andere. Bei Regen oder Gewitter würde niemand von uns zu Hause am Lagerfeuer sitzen oder im Freien frühstücken.) Endlich! Mit vereinten Kräften (anders geht ja nicht) werden nun die schwer beladenen Boote in den Fluss gesetzt und die ersten Paddelschläge mit Folgen ausgeführt. Nun ja. Wir haben ja noch zehn Kilometer für heute vor uns. Da werden die meisten dann den Bogen am Abend raus haben. Klar hatten die Kinder uns Erwachsene überredet, die Bootsbesatzungen selbst wählen zu dürfen. Allerdings war mit der Erlaubnis auch angedeutet worden, dass es so rasch keinen Wechsel geben sollte. Nun. Einige haben nach wenigen Schlägen bereits bereut, allein entschieden zu haben, andere hatten mehr Geduld miteinander und spielten sich ein. Es gab aber auch Gesichter, die verrieten bis zum Abend, dass ihre Wahl nicht sehr clever war. Doch auch damit musste man klar kommen. Die vorbeiziehenden, zufriedenen Besatzungen, genau so wie die erwachsenen Begleiter, die sich ja nicht einmischen sollten und natürlich auch die beiden Unglücklichen... Völlig kaputt aber glücklich erreichten wir gegen Abend unseren ersten Rastplatz - eine große Wiese vor einem Kiefernwald. Genauer war die Zeit nicht zu bestimmen, denn zu den Regeln der Tour gehört auch, dass jegliche Technik, also Uhren und erst recht Handys zu Hause bleiben. Ohne Zeit. Alle Zeit. Zeit!
Doch Zeit zum Ausruhen war nun natürlich noch nicht. Jetzt hieß es für die Gruppe, clever vorgehen. Die zwei Rundzelte wurden zuerst aufgebaut. Heute mit Hilfe von Mike. In den folgenden Tagen dann selbstständig. Das bedeutete: aufpassen! Dann teilten sich die Kinder ein. Einige kümmerten sich um Feuerholz und das Lagerfeuer, andere richteten die Küche ein und begannen Kartoffeln, Möhren und Kohlrabi zu schälen, Zwiebeln, Knoblauch und Wurst zu pellen und alles zu schnippeln... „Was wird das denn?" „Ein Eintopf. Wir haben ja auch nur einen Topf!" „Na egal, Hauptsache ihr beeilt euch, ich habe Hunger." Allerdings gab es auch Kinder, die sich nur noch zurückziehen konnten, ihren Schlafplatz einrichteten und den anderen zusahen. Sie konnten nicht mehr. Waren schon das erste Mal an ihre Grenzen gestoßen. Doch auch das muss eine Gruppe aushalten können. In den kommenden Tagen bin vielleicht ich es, der von den anderen profitiert, selbst etwas nicht schafft. Meine Güte! Wie viel Arbeit und Zeit steckt doch in nur einem Topf Essen? Es wurde bereits dunkel - aber es duftete köstlich! „Ich wusste gar nicht, wie gut Eintopf schmecken kann." „Habe ich einen Hunger." „Mike, das Rezept merke ich mir." Auch die Väter waren beeindruckt, dass die Kinder es alleine geschafft hatten. Sie wollten natürlich, wie oftmals auch im Alltag, beschleunigen, eingreifen, die Handgriffe für die ach so müden Kinder erledigen, rasch helfen... Aber genau das dürfen die Erwachsenen bei dieser Tour nicht! Man kann sich einbringen, auch ne Zwiebel pellen - aber nichts abnehmen. Wie für die Eltern, war auch für mich das bei meiner ersten Tour ein spannender Lernprozess. Aber der hat sich gelohnt. Nach dem Essen saßen die Erwachsenen rasch allein am Feuer. Die Kinder wollten nur noch in ihre Schlafsäcke.
Es bestand keine Nachfrage nach einer „durchgemachten" Nacht. Diese Möglichkeit besteht nämlich und war mit ausschlaggebend für die Entscheidung der Klasse, diese Tour zu buchen. Keine Nachtruhe! Jeder bestimmt selbst über seine Kräfteeinteilung. Es sei schon an dieser Stelle verraten, auch in den kommenden Nächten blieb niemand bis zum Morgen am Feuer sitzen. Die Ersten, die früh wach werden, bereiten auf einer Plane auf der Wiese das Frühstück für alle und so nach und nach erwacht das Camp. Es wird wieder Holz gesucht und gehackt, Teewasser gekocht und irgendwann, wenn alle da sind, in Ruhe ausgiebig gefrühstückt. Mit frischen Kräften und schon fast in Eigenregie der Kinder (derer, die gestern Mike interessiert zugehört haben - das sind nicht unbedingt die Kinder, die in der Schule diese Rolle inne haben) wird das Lager wieder abgebaut, alles in den Kanus verstaut und ein neuer Tag mit einer zwanzig Kilometer höchst anspruchsvollen Etappe beginnt.
Viele Besatzungen staunen, dass sie heute schon viel besser miteinander klar kommen. Andere wechseln mal die Positionen im Boot und wieder andere suchen erste Hilfe bei den Vätern. Den aufregenden Abschnitt über einen großen See wollen sie dann aber doch wieder selbst bestreiten! Interessant. Die Väter sind leicht enttäuscht. Gern hätten sie die Rolle der Retter in der Not weiter gespielt. Aber auch sie freuen sich, als sie am neuen Rastplatz in die völlig fertigen, aber glücklichen und stolzen Mädchengesichter sehen. Und wirklich. Ich bin jedes Mal wieder selbst erstaunt. An diesem zweiten Abend läuft alles von allein. Die Kinder sprechen sich selbst ab, wer, wem, bei welchen Tätigkeiten hilft. Wir fassen mit an, aber sagen nicht an. Nach kurzer Zeit steht das Lager. - ein schönes Feuer brennt und Bratwürste, am Stock gerillt, duften über den Platz. Im Hintergrund, keiner hat die ständigen Schauer überhaupt beachtet, wird der Himmel von einem schönen Regenbogen überspannt. Auch der dritte Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück und dem Räumen des Lagerplatzes. Aber alles in Ruhe und Gelassenheit. Die Gruppe hatte ihren Urlaubsrhythmus gefunden. Das machte sich auch auf dem siebzehn Kilometer Wasserweg bemerkbar. Viele genossen die herrliche Landschaft an der Spree, beobachteten Schwäne, Reiher und Rohrsänger. Man hatte entdeckt, wie man eine aufkommende Flaute in Kraft und Laune wieder heben konnte. Wettrennen wurden initiiert oder kleinere Wasserschlachten provoziert. So kam eine glückliche Truppe am Nachmittag am dritten Rastplatz an. Hier wollten wir nun die verbleibenden zwei Tage verbringen. Der Platz liegt an einer nur selten von Forstfahrzeugen genutzten Brücke, die uns eine regengeschützte Feuerstelle bescherte.
Herrlich! Na klar, erst Holz, Zelte, Wasser, Pellkartoffeln aufsetzen, Quark anrühren... Zwei abwechslungsreiche und erlebnisreiche Tage hat sich die Klasse hier selbst organisiert, immer in „Absprache" mit dem Wetter. Baden im Sonnenuntergang, seltsame Tastspiel im Wald; Bauen eines eigenen Feuerwerks - Staunen und Stolz beim Entzünden in der Nacht; Abseilen von der Brücke in das Kanu; Bau einer indianischen Schwitzhütte - acht Kinder haben dann nachts darin sauniert; Singen am Lagerfeuer (wir hatten die Gitarre ja nicht umsonst tagelang über die Spree geschippert); Spirelli kochen mit Tomatensoße; Kentertraining mit den Kanus, das Anlegen einer Gargrube. Reden, allein sein, angeln, träumen, sich mit Freundinnen streiten, Tränen vergießen, Versöhnen und immer wieder miteinander reden. Geredet haben wir übrigens auch an jedem Abend gemeinsam mit der ganzen Gruppe in unserer Abendrunde am Lagerfeuer. Jeder im Kreis sagte etwas, dass ihm ganz besonders wichtig war, ohne dass dies von einem anderen kommentiert werden durfte. Was bekamen wir da alles zu hören!
„Ich war froh Tobi, dass du heute in mein Boot gekommen bis, mit Jule getauscht hast. Ich glaube, ich hätte sonst aufgegeben!" „Isa, ich fand es gar nicht toll, dass du mich heute beim Abwaschen alleine gelassen hast mit Josi." „Am Tag heute gefiel mir am besten das Wetter. Ständig was anderes: Sonne, Wind, Regen, Gewitter, tolle Wolken." „Frau Sander dass Sie mich vorhin beim Boote entladen so gedrängt haben, fand ich nicht gut. Mir tat doch alles weh - ich konnte einfach nicht." „Ich hab mir das hier nicht so vorgestellt, aber jetzt bin froh, dass wir diese Fahrt gemacht haben. Das ist doch ganz anders als in der Jugendherberge im letzten Jahr." „Ich habe über mich gestaunt, dass ich mich an das Abseilen getraut habe. Das hätte ich nicht gedacht!" ...
Was kann man sich als Lehrer besseres wünschen? Ehrliche, aufgeschlossene Kinder! Am Freitagabend ging es mit einem Bus wieder nachhause. Mit Wehmut aber auch mit der Gewissheit, dass wir uns mit Mike im Winter bei einem Nachtreffen wieder sehen werden. Dann werden die Kinder, die schon nicht mehr gemeinsam eine Klasse besuchen, weil sie in die weiterführenden Schulen gehen werden, einen Abend mit Lagerfeuer, einem leckeren Essen und Musik organisieren. Ich suche ein Waldstück in der Nähe aus und lade Kinder und Väter ein. Wir radeln an den unbekannten Ort und sind noch einmal nach einem halben Jahr in der alten, eingeschworenen Gemeinschaft zusammen. Nicht nur während der Kanutour, auch hier wird jedes Mal die ganz besondere Wirkung von Mike auf die Kinder deutlich. Er ist für sie eine absolut authentische Bezugsperson. Er überzeugt, ob beim Rumalbern oder im Gespräch über Fischadler, die er in seiner Freizeit beringt. Ohne pädagogischen Zeigefinger kann er glaubwürdig seine Liebe zur Natur nahe bringen. In den Gesprächen auf der Spree spüren sie, wie wichtig ihm der Umgang mit der Natur wirklich ist. Wir haben beim Paddeln mit den Vätern und den Kindern über die großen Probleme im Wasserhaushalt des Spreewaldes diskutiert, die durch die Renaturierung der Tagebaugebiete in unserer Umgebung auf uns alle zukommen.
Natürlich gab es in den noch folgenden Schulwochen oft Gelegenheit an die Kanutour zu denken oder miteinander darüber zu reden. Immer wieder tauchten Erinnerungen auf, fielen irgendjemandem von uns Erlebnisse dieser Woche ein. Mit zweihundert Fotos bereiteten wir ein schönes Programm für die Eltern vor. Fünf Moderatoren kommentierten die Beamershow und die gesamte Klasse untermalte alles mit den Liedern, die wir auch während der Klassenfahrt gesungen haben. So konnten auch die Eltern mitgenommen werden auf die Reise, die keine Gelegenheit hatten, uns zu begleiten. Übrigens haben sich die Kinder am Vormittag dieses Abschlusstages ihren eigenen Mikeeintopf auf dem Feuer gekocht...
Gerlinde Sander
|